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domenica 6 settembre 2026
AfD, al-Qaida, IS, muslimischer Nationalsozialismus
Ein möglicher, und nicht unbedeutender, Ansatzpunkt liegt in der Architektur als symbolischem Ziel. Die Twin Towers waren das ikonischste Monument des Internationalen Stils – jener Architektursprache, die direkt vom Funktionalismus des Bauhauses abstammt: Glas, Stahl, Raster, Verzicht auf Ornamente, ein Universalismus der Form, der die Zugehörigkeit zu einer globalen Ordnung und nicht zu einer nationalen Tradition verkündet. Die Anschläge vom 11. September trafen nicht nur ein amerikanisches Wirtschafts- und Militärsymbol, sondern – und Jean Baudrillard wies umgehend darauf hin – auch das physische Sinnbild jener kosmopolitischen, säkularen, entterritorialisierten Moderne, die der islamische Fundamentalismus kategorisch ablehnt. Seit Jahren kritisiert die AfD die Bauhaus-Bewegung und brandmarkt sie aus ideologischen Gründen, die mit der Verbindung zwischen Bauhaus und Linken zusammenhängen, als „undeutsch“. Es ist dasselbe Ziel – der funktionalistische Universalismus, das Versprechen einer Form, die Kunst, Technologie und Alltag über nationale Grenzen hinweg vereint –, doch trifft es auf einen gegensätzlichen ideologischen Pol: nicht die ikonoklastische Wut des Dschihadismus gegen den säkularen „Großen Satan“, sondern der identitätsstiftende Groll einer rechten Bewegung, die eine „patriotische politische Kultur“ gegen die vermeintliche globalistische Hegemonie fordert. (Metropolitan Magazine) Der theoretische Kernpunkt ist folgender: Beide Anschläge – der physische und spektakuläre Anschlag von 2001 und der mittlerweile bürokratische und wahlpolitische Anschlag der AfD auf die Stiftung Bauhaus in Dessau – entspringen derselben Abneigung gegen eine Moderne, die gerade dadurch universal wurde, dass sie sich ihrer Wurzeln entledigte. Es ist die These, mutatis mutandis, die Jeffrey Herf als „reaktionären Modernismus“ bezeichnete: die Ablehnung nicht von Technologie oder Form an sich, sondern von deren Anspruch auf Neutralität, losgelöst von Blut und Boden. Der Dschihadismus lehnt es im Namen Gottes ab, die AfD im Namen der Nation – doch der erklärte Feind, das Glas und der Stahl des Bauhauses/Internationalen Stils als staatslose Sprache, ist erstaunlicherweise derselbe. Die konkrete Befürchtung heute ist, dass eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt die jährlichen fünf Millionen Euro der Bauhaus-Stiftung kürzen wird und damit eine Institution gefährdet, die jährlich 180.000 Besucher nach Dessau lockt – Zerstörung, diesmal nicht durch Zusammenbruch, sondern durch finanzielle Entkräftung: 2001 als explosiver Bildersturm, 2026 als administrativer Bildersturm. Gibt es also keinen Unterschied zwischen Nazi-Muslimen und Nazis, und welche Einwanderung?
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